Das da oben ist aus der Fachzeitschrift "Wild und Hund".
Hintergrund: Im deutschen Jagdhundewesen gibt es, und das ist ein Alleinstellungsmerkmal, "Vollgebrauchshunde". Hier reden wir hauptsächlich von drei Rassen, Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar und Deutsch Langhaar. Was diese Rassen auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, bei der Jagd, vor and nach dem Schuss in Feld, Wald und Wasser, Aufgaben zu übernehmen, für die Jäger im nicht-deutschen Raum (Ich kenne mich hier nur in England aus) mehrere "Spezialisten" einsetzen müssten, Zum Beispiel Spaniel für das Stöbern, Pointer für das Vorstehen, Retriever (z.B. Labrador- oder Golden Retriever) für das Apportieren und die Wasserarbeit, Schweißhunde für die Schweißarbeit. Bei der Schweißarbeit sind die "Spezialisten" den Vollgebrauchshunden meist überlegen, in allen anderen Sparten nicht.
Korrigieren Sie mich, liebe Leser, aber der hier diskutierte Artikel ist derart wirr, dass ich ihn nur ansatzweise nachvollziehen kann. Den Amerikanern passt also das Präfix "Deutsch" nicht, weil diese Rassen in Amerika weit verbreitet sind, als "quasi-amerikanische Vorstehhunderassen wahrgenommen werden und der Namensbestandteil "Deutsch" bei amerikanische Jägern für "transatlantische Verwirrung" sorgen würde. Hie könnte ich jetzt diesen Blogeintrag beenden und den "amerikanischen Jägern sagen "Heult doch" oder "Wenn Euch das nicht passt, setzt doch Eure eigenen Hunde ein", aber ich mach 'mal weiter.
Die deutsche Bezeichnung des in Amerika ungemein beliebten (weil er so dekorativ ist und die Amerikaner ja überhaupt nicht auf Äußerlichkeiten achten) zweitklassigen Weimaraners, scheint die Puristen in Amerika nicht zu stören, schließlich hat er ja kein "Deutsch" im Namen. Oder will man ihn in "New Yorker" umbenennen? Werden jetzt auch Audi, Mercedes oder BMW als "eigentlich amerikanisch" vereinnahmt? Schließlich gibt es sie doch schon lange im Land of the Free and Home of the Brave. Ist schon klar, wie man die neuen Rassen "Drahthaar", "Kurzhaar " und "Langhaar" dann von Drahthaar Foxterriern, Kurzhaar- und Langhaardackeln abgrenzen kann?
Was ich nicht verstehe, und hier wird es wirklich interessant, ist, ob dieser Wegfall von "Deutsch" tatsächlich für den deutschen Sprachgebrauch gelten soll, werden diese Rassen im englischen Sprachraum doch "German [sic!] Wirehaired/Shorthaired/Longhaired Pointer" genannt. Geht es hier um das "German" oder streichen wir das "Deutsch" gleich ganz? Die Einlassung von Ministerialdirigent Dr. Hartwig von Bredow (der deutsche Adel ist auch nicht mehr, was er mal war und Ministerien haben wohl keine anderen Sorgen) liest sich, als ob wirklich das Letztere zutreffen würde.
Künftig könnten die Rassen schlicht Kurzhaar, Langhaar und Drahthaar heißen. Das reduziere bürokratische Reibungsverluste und sei international vertretbar.
Ja, die Reduzierung bürokratischer Reibungsverluste steht immer ganz oben auf der deutschen politischen Agenda. Deswegen peitschen sich Politik, Medien und Öffentlichkeit gegenseitig hoch in ihrem vulgären Hass auf Präsident Trump, weil der Mann tut, was für sein eigenes Land gut ist und uns einen feuchten Lehm angeht.
Wir Deutsche haben so viel Scheiße an den Hacken und jetzt rollen wir uns, um eine kynologische Metapher zu wählen, in Unterwerfung auf den Rücken, wenn es um die Erhaltung einer der wirklich schönen Traditionen geht.
