Samstag, 8. November 2014

Späte Würdigung

Zur Erinnerung an Georg Elser:
Er wollte Adolf Hitler töten und so schon 1939 ein Ende des Krieges herbeiführen. Doch Hitler verließ eine Propagandaveranstaltung, bevor der Sprengsatz detonierte. Für den Anschlag wurde Georg Elser wenige Tage vor Kriegsende hingerichtet. Nun ehrt die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen den Widerstandskämpfer mit einem Denkmal.

In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert künftig ein Denkmal an den Widerstandskämpfer Johann Georg Elser (1903-1945). Der Gedenkstein soll am Samstag errichtet werden, 75 Jahre nach Elsers gescheitertem Attentat auf Adolf Hitler, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Dienstag in Oranienburg mitteilte.

Georg Elser war von 1941 bis 1945 als "Sonderhäftling des Führers" im Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen inhaftiert. Der Gedenkstein stammt aus einem Steinbruch bei Königsbronn in Baden-Württemberg, wo Elser den Sprengstoff für das Attentat besorgte.
Elser ist der Beweis dafür, wie viel der "einfache Deutsche" hätte wissen können. Vielleicht deshalb fand er nach seinem Tod lange Zeit keine Anerkennung. Meinungen, er sei ein SS-Mann gewesen und habe den Anschlag im Auftrag des Naziregimes verübt oder ein Agent der Engländer gewesen, waren vermutlich auch dafür verantwortlich; noch lange nach dem Krieg, wurden ja Widerstandskämpfer als Verräter gesehen. Die Diskussion, ob "Tyrannenmord" gerechtfertigt sei, hält bis heute an. Ermordet wurde Elser übrigens im KZ Dachau. Der Begriff "hingerichtet" ist ein schamloser Euphemismus.

Hier das Totenbuch des KZ Sachsenhausen.