November 05, 2017

Neid ist die Klammer der deutschen Gruppenseele

oder
Das Defizit an Bürgerlichkeit
oder
Eine Lanze für den Adel und Hans-Ulrich Wehler
oder
Die unappetitlichen Kompensationen der Urenkel der Aufbew-arier


Die lächerliche Dreckspostille HuffPo weiß 'was. Ihre Informationen hat sie von einer noch lächerlicheren Dreckspostille, BUNTE.

Unter dem Titel "Medienbericht: Guttenbergs Urgroßvater soll sich an jüdischem Vermögen bereichert haben" lässt sie uns wissen:

Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat viel Geld. Das ist kein Wunder, möchte man meinen, schließlich stammt er aus einem Adelshaus mit einem Millionenvermögen.

Ein Teil des Vermögens könnte allerdings durch großes Unrecht während der NS-Zeit entstanden sein - das legt ein Bericht der Printausgabe des Magazins "Bunte“ nahe: Denn die Familie Guttenberg soll an den Enteignungen deutscher Juden kräftig mitverdient haben. Die überlebenden Erben seien dagegen teils leer ausgegangen.
Mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen.

Wie immer sind die Reaktionen darauf interessanter als die Nachricht selbst, befindet sich die deutsche Kleinbürgerseele doch in wohlig-selbstgerechtem Aufruhr.

Nein, liebe Kommentatoren, das gab es nicht nur in, wie Ihr es so neidironisch formuliert, "altehrwürdigen", "vornehmen" oder "reichen" Familien. Arisiert wurde in allen Gesellschaftsschichten. Selbst bei den Ärmsten wechselten noch Eimer, Töpfe und Pfannen die Besitzer und ja, mit einiger statistischer Wahrscheinlichkeit war EUER Urgroßvater auch dabei.

Keiner dieser Urenkel der Aufbew-arier scheint zu erkennen, dass er sich nicht nur widerlichstem Sozialneid hingibt, sondern außerdem das antisemitische Klischee von den "reichen Juden" bedient, aber was soll's, ist man ja - wie immer - auf der richtigen Seite.

Warum auf einmal ausgerechnet Guttenberg?

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler hat den Begriff vom "Defizit an Bürgerlichkeit" geprägt. Einfach erklärt, unterstellt er, dass sich in Deutschland, anders als in vergleichbaren Ländern, kein selbstbewusstes Bürgertum auf breiter Ebene entwickelt, sondern sich dieses politisch und sozial - salopp formuliert - bei der aristokratischen Oberschicht angeschleimt hätte.

Wehlers These ist umstritten, ja gilt als widerlegt, eigenartigerweise wird sie aber täglich auf Facebook bestätigt.

In einer Gesellschaft wie der unsrigen, die nicht mehr von einer aristokratischen oder großbürgerlichen Oberschicht, sondern vom Kleinbürgertum und Aufsteigern daraus bestimmt wird, drückt sich das Defizit an Bürgerlichkeit allerdings anders aus, nicht mehr durch Anschleimen, sondern im Gegenteil durch sozialneidisches Ressentiment. Politikern, die adlig sind oder die man auch nur dafür hält, verzeiht man nichts. Guttenberg bekam seine Herkunft schon vor seiner Selbstdemontage mit ermüdender Regelmäßigkeit hingerieben, bei von der Leyen (keine Ahnung, ob die Familie adlig ist, ich bezweifle es, aber für die meisten dürfte es so klingen, schließlich ist "von" ein Triggerwort) war das ähnlich, bis auch sie sich nun so weit selbstdemontiert hat, dass das auch keine Rolle mehr spielt. Und dann - horribile dictu! - neuerdings Beatrix von Storch geborene Oldenburg. Ah! ça ira, ça ira, ça ira, les aristocrates à la lanterne! Da wird uns so kannibalisch wohl als wie fünfhundert Säuen!

Nach "guter Familie" zu stinken geht GARNICHT!

Es kommt allerdings auch auf den politischen Hintergrund des Namensträgers an. Bei Frollein von Ditfurth findet man es ganz toll egalitär, dass sie ihr bescheidenes "Vönnchen" weggelassen hat. Reverse snobbery geht immer.

Aber kehren wir zum Thema Arisierungen zurück.

1934 entstand durch Arisierung des Unternehmens von Karl Amson Joel (dem Großvater von Billy Joel), einem florierenden Textilherstellungs- und -versandunternehmen in Nürnberg und Berlin, die Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann. Übrigens nur die bekannteste von mehreren Arisierungen, von denen Neckermann profitiert hat.

Aber wen interessiert's. Trug Josef zwar einen prominenten, aber keinen adligen Namen und weg war das Faszinosum.

Liebe Kleinbürger, stänkert nur! Diesen Leuten ist es aber schon SOWAS von scheißegal, was Ihr von ihnen haltet. Ihr entlarvt Euch dadurch nur als die armen, komplexbeladenen Arschlöcher, die Ihr seid.

Das war's!

Ich empfehle als Realitätscheck zum Thema Arisierungen die Diplomarbeit des Sozialwissenschaftlers Hans-Christian Dahlmann über die Arisierungen in meiner Heimatstadt (ISBN 978-3-8258-5662-5), also über ganz normale Leute, nicht besonders "reich", und ganz bestimmt nicht "altehrwürdig" oder gar "vornehm". Und ja, liebe Sozialneider, in EURER Heimatstadt gab es das auch!

Was ich persönlich von Brylcreemboy halte, brauche ich hoffentlich nicht zu erläutern, hat mit diesem Thema auch eh nichts zu tun.

August 31, 2017

Über den Antiamerikanismus der Deutschen

Für eine Post mit einer ähnlichen Aussage wie dieser, bin ich von Facebook drei Tage in den Erziehungsurlaub geschickt worden.
Dass es grade die Linke ist, und nicht das, was man hierzulande gerne als "Rechte" denunziert, die das Nazierbe weiterträgt, nein, DAS zu sagen geht GARNICHT!



Link zu meinem Blogeintrag.

August 30, 2017

Wofür man auf Facebook gesperrt wird


November 29, 2014

Nichts Neues

Bei Zitrusfrüchte unbekannter Herkunft und Damit die Juden nicht rückfällig werden haben wir unlängst zwei Beispiele für die Berichterstattung deutscher Schulbücher über Israel kommentiert.

Nun stelle ich zu meinem nicht allzu großen Erstaunen fest, dass die deutsch-israelische Schulbuchkommission bereits 1985 (!) vor dieser Entwicklung gewarnt hat. Hat selbstverständlich niemanden einen Scheißdreck interessiert.

November 24, 2014

Zitrusfrüchte unbekannter Herkunft

Der Putzger historischer Weltatlas ist der populärste Geschichtsatlas in Deutschland. Er gilt auch über Deutschland hinaus als Standardwerk für den Geschichtsunterricht und wird auch von Erwachsenen gerne zu Rat gezogen. Es gibt ihn seit 1877.

Divara schickt mir folgenden Auszug:

1947 beschlossen die Vereinten Nationen eine Teilung Palästinas zwischen Juden und Arabern. Danach sollte der jüdische Staat in den Besitz der besten und ertragreichsten Böden sowie praktisch aller Zitrus-Kulturen kommen, Palästinas größtes Exportgut. Die Araber als primär landwirtschaftlich orientierte Bevölkerung würden damit ihre Hauptexistenzgrundlage verlieren. Der vorgeschlagene arabische Staat hätte so nur in Abhängigkeit vom jüdischen Staat und von internationaler Hilfe existieren können.
Schon mal sowas Beklopptes gelesen?
Mit wem trieben die Araber während des 2. Weltkriegs Handel mit Zitrusfrüchten? Und wie waren die Israelis "orientiert"? Brachten die fertige Fabriken mit?
Ein Blick auf die unklugerweise beigefügte Karte zeigt, dass Israel zu einem Drittel aus Wüste bestand. Da wachsen meiner Kenntnis nach auch keine Apfelsinen.
(Quelle: Putzger, Historischer Weltatlas, (Cornelsen) Berlin 2001, S.202)
Da hat sich der Herr Putzger nicht genügend informiert. Mark Twain beschreibt in Innocents Abroad sehr bildhaft die Zustände im Nahen Osten. Der Bericht erschien 1869, also vor der ersten modernen Alija am Ende des 19. Jahrhunderts. Da war Wüste und Seuchensumpf und Seuchensumpf und Wüste.

Hochinteressant: First Photos of the Holy Land! Hier eine Kostprobe:


Draining The Swamps at Petah Tikva, 1906.

Die Siedlung Petah Tikva, gegründet 1878 und 1882, hatte zunächst große Probleme wegen Missernten und Malaria. Im Laufe der Zeit konnten die Malariasümpfe jedoch trockengelegt werden und die Gegend wurde zu einem Schwerpunkt des Zitrusfruchtanbaus. Aber halt! Waren das nicht die Araber, die mit dem Zitrusfruchtanbau? Wie hat mal jemand gesagt? Die Juden haben sich immer die besten Plätze ausgesucht.*

Hier eine meiner älteren Polemiken zur Geschichte Israels, Schuldig, am Leben und Jude zu sein, von 2009.



Danke an Divara und das Amerikanski-Forum!

*Falls ich mich recht entsinne, schildert das Gad Granach in Heimat Los.

November 23, 2014

Damit die Juden nicht rückfällig werden

Liebe Nicht-GutmenschenPaliversteherSichfürisraelverantwortlichfühlende-Eltern,
wissen Sie eigentlich, was so in den Schulbüchern Ihrer Kinder steht? Hier ein Beispiel:



Und nein, das kommt nicht aus einem obskuren linken Außenseiter-Verlag. Das stammt aus Geschichte und Gegenwart Band 5, Seite 260. Herausgeber ist der renommierte Verlag Schöningh. Schließlich sind wir doch als Deutsche Bewährungshelfer, damit die Kinder und Enkel der Opfer in Israel nicht rückfällig werden. (Sinngemäß Wolfgang Pohrt.)

Es hat sich nichts geändert, nur die Methode.


Für die Anglophonen: Ich empfehle meinen Blogeintrag auf Roncesvalles: An Antisemite Doesn't Hate What a Jew Does, He Hates His Existence. Bitte auch die Kommentare lesen.

Danke an Divara und das Amerikanski-Forum.

November 21, 2014

Bin ich jetzt links?

Alt-CDUler Peter Helmes hat auf seinem Blog Conservo einen Eintrag Soldaten Holzklasse – Asylanten I. Klasse publiziert. Der Artikel hat etwas Resonanz im Internet unter sich als "bürgerlich-liberal" verstehenden Onlinepublikationen gefunden, was wenig zu verstehen ist, denn da steht weder Neues, noch Originelles. Vielleicht war es ja das Bild von der Asylunterkunft. Humor hat der Mann.

Allerdings herrscht bei dieser Aussage noch Erklärungsbedarf:

Wenn deutsche Soldaten ständig mit der Ausschwitzkeule bedroht und die Niederlage von rd. 12 Millionen deutscher Soldaten von Linken und sogar von einem Bundespräsidenten (von Weizsäcker) als „Befreiung“ bezeichnet wird, ist was faul im Staate.
Kann mir jemand verraten, wie man denn die Befreiung Deutschlands vom Naziregime sonst nennen könnte? Das ist keine rhetorische Frage.

September 20, 2012

"Wissenschaft" als Sexualtherapie

Auf der Freie Wähler Frankfurt-Seite findet sich ein interessanter Beitrag, der die nichtendenwollende Diskussion um Judith Butler in eine andere als die "Haut Israel"-Perspektive rückt:

Letzte Woche hat die amerikanische Philosophin Judith Butler in der Frankfurter Paulskirche den Adorno-Preis 2012 verliehen bekommen. Ein Grund für eine kurze Nachbetrachtung, denn die Umstände dieser Verleihung laden zum kritischen Nachdenken ein.

Seit 1977 wird der Theodor-W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main alle drei Jahre zur Anerkennung herausragender Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert. Somit versteht sich von selbst, dass die Preisträgerin von den städtischen Verantwortlichen inhaltlich akzeptiert wird und somit auch vom Kuratorium als "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit" betitelt wurde.
[...]

Interessant an der Preisverleihung aber ist nicht dieser Streit, sondern die Verschiebung der ideologischen Gewichtung bei den Verantwortlichen der Entscheidung. Trotz massiver Kritik von jüdischer Seite und der Gefahr, als Begünstiger des Antisemitismus angegriffen zu werden, blieb beispielsweise Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU, früher SPD) ungewöhnlich standhaft. Das war nicht nur der Tatsache geschuldet, dass Semmelroth faktisch ein Grüner ist und deren konsequenter kulturpolitischer Sachwalter. Auch der gesamte Magistrat ließ sich nicht von den jüdischen Protesten beirren - ganz im Gegensatz zu früheren Konflikten ähnlicher Prägung. Warum war das so?

Hierzu muss man die ideologischen Hintergründe Butlers kennen. Die 56-jährige lehrt Rhetorik und Literaturwissenschaft an der University of California in Berkeley. Die „Zeit“ schrieb, sie stehe sowohl „in guter Tradition der Kritischen Theorie als auch der amerikanischen Dekonstruktion“. Vor allem aber ist sie als Urgestein der feministischen Theorie in Erscheinung getreten. Dabei stieß sie 1990 mit ihrer Schrift „Das Unbehagen der Geschlechter“ die so genannte „Queer“-Theorie an. Diese behauptet, dass die geschlechtliche Identität nicht auf genetischen bzw. natürlichen Grundlagen beruhe, sondern nur durch soziale und kulturelle Prozesse „konstruiert“ würde. Es gäbe also gar keine festgelegten Männer und Frauen, wenn diese nicht durch gesellschaftliche Machtstrukturen faktisch dorthin getrieben würden. Letztlich soll die „Queer“-Theorie durch das Hinterfragen sexueller Identitäten bestehende „Machtstrukturen“ und soziale Normen „dekonstruieren“, also zersprengen.

Es verbirgt sich also hinter Butlers Theoriekonstrukt ein bislang weltgeschichtlich einmaliger Angriff auf die Polarität der Geschlechter. Und dieses Konstrukt hat es im Zuge der vielfältigen aktuellen „Gender“-Aktivitäten im Bildungsbereich mittlerweile bis in den Bereich der offenen Unterstützung durch die hohe Politik geschafft. Die „Queer“-Theorie ist dabei nur ein Teilbereich eines weitreichenden „Dekonstruktions“-Projekts, dass auch andere kollektive Identitäten, etwa der Rasse oder der Nation, grundsätzlich in Frage stellt. Ziel ist letztlich der Aufbau einer neuen Herrschaft von Sozialutopisten, die „Dekonstruktion“ dient als Mittel der Verunsicherung scheinbar „rückständiger“ Bürger.

Auf der Internetseite Wikipedia wird im Eintrag zu „Judith Butler“ erklärend verlautbart: „Durch Dekonstruktion gelte es, Spielraum für ein Erproben von alternativen Geschlechtsidentitäten, queer identities, zu schaffen. Queer ist hierbei nicht als ständig wechselbare Identität gedacht. Ziel sei vielmehr, (…) zur Geschlechter-Verwirrung anzustiften. Damit können Strategien der Vervielfältigung mobilisiert werden, die die Festlegung von Geschlechtsidentitäten angreift und überschreitet.

[...]

Dennoch hat diese „Queer“-Theorie derzeit eine solche Macht, dass die städtischen Verantwortlichen eher fürchten, es sich mit Feministen und „Gender“-Ideologen zu verscherzen, als mit den jüdischen Organisationen und deren offenbar abgenutzter „Antisemitismus“-Keule. Das ist fürwahr ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel, der zeigt, dass die große Zeit der „Vergangenheitsbewältigung“ sich offenbar wirklich ihrem Ende zuneigt. Unverhohlener feiern stattdessen zwielichtige linke Ideologien ihren Narrentanz ...

[...]

Doch nicht nur, dass Judith Butler im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt von zwei Völkern geschrieben hat, obwohl dies nach dekonstruktiver Lesart nicht konsequent sein dürfte. Sie schloss den Streit um ihre Preisverleihung in einer Wortmeldung für sich selbst interessanterweise mit einer Bemerkung ab, die unter konsequent „antirassistischen“ Gesichtspunkten als „rassistisch“ eingestuft werden müsste. Sie schrieb: „Vielleicht wäre aus dem `Streit´ um meine Ansichten zu lernen, dass Juden einfach kompliziertere Menschen sind, dass sie nur selten miteinander übereinstimmen, dass ihre Streitlust Teil einer wertvollen talmudischen Tradition ist…“

Stellt man diese Aussage vom Kopf auf die Füße hegt folglich Butler die Vermutung, dass Nicht-Juden offenbar in ihrem Denken schlichter seien und über weniger diskursive Streitkultur verfügten. Aber wäre dies nicht auch kollektive Zuschreibung, ein „Konstrukt“ hinsichtlich kollektiver Eigenschaften? Proteste von „antirassistischen“ Gruppen, die sonst so gerne gegen jede mögliche kollektive Erhöhung und Herabstufung ihre Stimme erheben, waren diesmal übrigens keine zu vernehmen.
Na wenn das der Sarrazin gesagt hätte!

Auf dieser Seite und unserem englischsprachigen Blog haben wir wiederholt auf die, teilweise versteckt, meist jedoch ganz offen praktizierte familienzerstörende Wirkung des Zeitgeistes hingewiesen. Und während überall die Bollwerke taditioneller Familienwerte fallen, ist es wieder einmal die katholische Kirche, die dagegen ihre Stimmer erhebt (hier im Zusammenhang mit der Einführung der "Homoehe" in Frankreich).
Der Erzbischof von Lyon hat mit Äußerungen zu einem Gesetzesprojekt von Präsident Francois Hollande eine Debatte in Frankreich ausgelöst. In einem Radiointerview hatte Kardinal Philippe Barbarin am Wochenende gesagt, die Legalisierung einer Ehe zwischen zwei Partnern desselben Geschlechts würde einen „Bruch in der Gesellschaft“ bedeuten.

„Wenn man so etwas erlaubt, dann hat das eine Reihe von Folgen, die man kaum aufzählen kann“, so der Kardinal wörtlich: „Die werden dann zum Beispiel Paare zu dritt oder zu viert erlauben wollen. Und dann fällt vielleicht eines Tages das Inzest-Verbot.“ Deutliche Worte, die kurz nach einem Treffen des Kardinals mit dem neuen Innenminister Manuel Valls fielen. Noch nie seit Amtsantritt der neuen sozialistischen Regierung hat sich in Frankreich ein Kirchenführer so offen gegen ein Projekt von Präsident Hollande in Stellung gebracht.

[...]

„Ich verstehe nicht, warum es der Kirche schaden sollte, wenn jemand darauf hinweist: Eine Öffnung der Ehe für alle möglichen Partner könnte auch z.B. die Einführung der Polygamie bedeuten.“ Das meint der Pariser Kardinal André Vingt-Trois, Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz. „Das ist doch eine vernünftige Erklärung.“ Kardinal Barbarin selbst wies in einem Statement darauf hin, er habe durchaus Respekt vor Homosexuellen, und das Wort „Polygamie“, das ihm jetzt alle vorhielten, sei doch wörtlich in dem Interview gar nicht gefallen. Einer von wenigen, die Barbarin beispringen, ist Joël Mergui vom Zentralrat der Juden in Frankreich: Auch das Judentum sei gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe, und er frage sich auch, „in welche Richtung eine Gesellschaft geht, in der das traditionelle Familienbild verändert wird“.
In welche Richtung? Wir haben das in unseren Blogs schon vor Jahren thematisiert, schwerpunktmäßig hier (Inzest) und hier (Polyamouröses) in unserem englischsprachigen, und hier in diesem Blog. Auch sind unter den Überschriften Familienwerte bzw. Family Values einschlägige Einträge zu finden.

Und wieder einmal bewahrheitet es sich: Deutsche fressen jeden Scheiß, wenn er nur als Tiefsinn 'rüberkommt, und -- hoppla -- wird aus einer Lesbe mit Männerhaarschnitt "eine der maßgeblichen Denkerinnen unserer Zeit". Es kann auch "Denker_innen" sein, und hätte sie nicht zwischendurch auch mal die Existenz Israels in Frage gestellt, wäre all' das niemandem aufgefallen.

März 28, 2011

Anti-Atom-Demos neues "Nie wieder Auschwitz"

So Broder.

Die Atomkraft symbolisiert den Tod, der Protest gegen die Atomkraft das Leben. Man könnte es auch so sagen: Der industrielle Holocaust war vorgestern, jetzt wollen die Enkel derjenigen, die damals weggeschaut haben, den atomaren Holocaust von morgen verhindern. “Nie wieder Auschwitz!” heißt heute: “Atomausstieg sofort!”
Den selben Eindruck gewann ich in den letzten Tagen auch. Es scheint, daß viele ein neues "sinnstiftendes" Beschäftigungsfeld brauchen. Auf die Idee, dabei auch mal gegen das Atomprogramm im Iran - also immerhin etwas, was in Israel als existenzbedrohend wahrgenommen wird - zu demonstrieren, kommen diese Leute aber nicht. Soviel "Nie wieder Auschwitz" wäre dann wohl doch zuviel verlangt.

Dezember 09, 2010

Nullnummernparade

Der geistig verwirrte Jürgen Elsässer hat die Nullnummer seiner neuen Zeitschrift vorgestellt.

Dezember 06, 2010

Über Vergangenheitsbewältigung, Leistung und Haltung

Es gibt jetzt, wie uns taz-Verschnitt Welt informiert, die "erste deutsche Ruhmeshalle für Sportler in Berlin". Und nun - wer hätte das gedacht - gibt es ein Problem. Viele der Kandidaten für ein Plätzchen dort waren - wer hätte das gedacht - Mitglieder in, wie es die Welt so putzig formuliert, "Hitlers Partei".

Nun hätte es mehrere Möglichkeiten gegeben. Eine, und sicher die beste, wäre gewesen, ein solches Unternehmen erst überhaupt nicht zu beginnen. Eine weitere wäre gewesen, Naziparteimitglieder stillschweigend auszuschließen, aber dann hätte man sich fragen lassen müssen, ob die Mitgliedschaft das einzige Kriterium sein kann. Schließlich gab es so etwas wie Mitläufer einerseits und Nazis und andere Charakterschweine andererseits, die nicht unbedingt Parteimitglieder waren. Außerdem: Wäre eine "Ruhmeshalle" des Sports wirklich sinnvoll, die z.B. einen Sepp Herberger ausschließen würde? Man hätte auch nach 1945 beginnen können aber - ein fauler Kompromiss.

Schließlich hat man sich - wer hätte das gedacht - für die schlechteste aller Möglichkeiten entschieden, nämlich niemanden auszuschließen und das Ganze dann endlos zu diskutieren, um zu zeigen, wie toll man aus seiner Vergangenheit gelernt hat. Dazu gehört auch die Einbeziehung eines Sportlers, der als Kommunist von den Nazis ermordet wurde, aber, rein sportlich gesehen, dort nichts zu suchen hat. Wie wäre es mit dem Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg? Schließlich war er Kavallerist und also auch irgendsoetwas, wie ein Sportler, und irgendwie wird man sich doch das andere bessere Deutschland, das es nie gab, zusammenlügen können.

Eindeutig in die Ruhmeshalle jedoch gehört Hans Günter Winkler, der größte Springreiter aller Zeiten, dem die Olympia-Funktionäre 1952 aus ganz großer Höhe die Teilnahme an den Spielen verwehrten, weil er, um etwas zum Fressen und Rauchen zu haben, für die Engländer Pferde geputzt hatte. Das hat ihn nicht gehindert, dann noch fünfmal Deutscher Meister, einmal Europa- und zweimal Weltmeister zu werden, an sechs Olympischen Spielen teilzunehmen und dabei 5 mal Gold, einmal Silber und einmal Bronze zu gewinnen.



Bemerkenswert ist Winkler auch deswegen, weil er 1956 bei den Olympischen Reiterspielen vor Schmerzen schreiend in den zweiten Umlauf ging - er hatte sich im ersten einen Muskelriss zugezogen - was seiner Mannschaft das Gold und ihm das Einzelgold sicherte. 32 Jahre später erklärte Modellathlet Jürgen Hingsen dann der Welt, dass er versagt hatte, weil er eine schwere Tasche tragen musste und tat sich auch noch leid, als er daraufhin zum Deppen der Nation erklärt wurde.

Oder so ahnlich.

Da wir nun schon einmal über Sport reden: Die Olympischen Reiterspiele in Stockholm 1956 sind in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, vor allem auch deswegen, weil dort eine Dänin namens Lis Hartel ihre zweite Silbermedaille im Dressurreiten errang. Die erste hatte sie 1952 in Helsinki, wo zum ersten Mal Frauen in einer Reiterdisziplin zugelassen waren, gewonnen. Lis Hartel war nach einer Polio-Erkrankung gelähmt. Sie ging an Stöcken und musste aufs und vom Pferd gehoben werden. Heute dürfte sie aus Gründen politischer Korrektheit nur noch auf Freakshows konkurrieren. Gerechtigkeit muss sein, und wir haben es weit gebracht.



Lis Hartel (Silber), Henry St. Cyr (Gold) und Liselott Linsenhoff (Bronze).

November 21, 2010

Sinnlose Zeitverschwendung

Von der Achse aus verlinkt der Herr Fundstück zu einem Eintrag in einem Blog namens anti3anti (keine Links, bitte googeln), der so grottendämlich oder besser: gefährlich schwachsinnig ist, dass es einem den Atem raubt.

Es ist sinnlose Zeitverschwendung, Gründe für den Antisemitismus zu suchen. Antisemitismus braucht keine Gründe. Antisemitismus braucht nicht einmal Juden. Auf allen Planeten dieses Universums, die von menschenähnlichen Geschöpfen bewohnt werden, gibt es Antisemitismus.
Selbstverständlich gibt es identifizierbare Gründe für Antisemitismus, und vielleicht ist es ja keine "sinnlose Zeitverschwendung" einmal den Motiven nachzugehen, warum er immer wieder so gerne als eine Art Rassismus oder als unerklärlich wegerklärt wird.

August 19, 2010

Deutschland kann wieder ruhig schlafen

Die entmenschte Grausamkeit, mit der israelische Soldaten ihre Gefangenen behandeln und das dann auch noch im Bild festhalten, trophäenmäßig, ist von historisch einzigartigem, nie vorher gekannten Ausmaß. Die Geschichte des Holocaust muss nun umgeschrieben werden. Deutschland atmet auf.

August 18, 2010

Selektive Betroffenheit - Ganz doll tief

Vor einem Jahr haben paramilitärische Milizen in Indonesien dem gefangenen Papua-Aktivisten Yawen Wayeni den Bauch aufgeschlitzt und ihn, während er, sozusagen mit seinen Gedärmen in der Hand, starb, verhöhnt. Es gibt auch ein Video davon, aber Videoveröffentlichungen und Bilder gibt es nicht genug, um extra in Google angezeigt zu werden. Newswert hat es ohnehin nicht mehr, falls es ihn je hatte.

Juni 08, 2010

Gesungen und so

Hier ist ein Ausschnitt aus der REPORT Mainz Sendung von gestern über die Friedensfahrt der Parlamentarier der Linken. Wenn deutsche Journalisten Linke noch weniger mögen, als Juden, kommt ab und zu mal so etwas wie angemessene Berichterstattung heraus.

Man glaubt es nicht, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Da faselt so eine vollkommen merkbefreite Schreckschraube 'was von "(u)nglaublich gute(r) Atmosphäre", weil "(d)a saßen da etliche Gruppen auf Deck und haben gesungen und so" Wenn's Judenblut vom Messer spritzt" "Oh ihr Juden ... die Armee des Propheten Mohammed wird zurückkommen – so wie in Khaibar, ....Intifada bis zum Sieg", aber weil das auf Türkisch war, konnte sie das selbstverständlich nicht wissen, und es hat wohl auch die unglaublich gute Atmosphäre nicht gestört, dass die Friedens- und Freiheitsfreunde sie und ihre Mit-Schreckschraube auf's "Frauendeck" verbannt hatten.

REPORT schließt:

Drei Linke und ihre Friedensmission. Im gleichen Boot mit Islamisten und Rechtsextremisten. Wenn es um die eigenen Ziele geht, haben sie offenbar wenig Berührungsängste.
Nun bleibt nur noch die Frage offen, was diese eigenen, gemeinsamen Ziele denn SIND.

März 18, 2010

Es denkt, uneingestanden, gewissermaßen indirekt

Der Leitende Redakteur (Meinung) des *hüstel* konservativen Tagesspiegels macht uns mal wieder den Malte. Er hat ja seine Urteilskraft bereits bewiesen, als er den Judenstern-Experten Roland Koch einen "prinzipenstarken Konservativen" nannte, und weiß auch, wie jeder gute Deutsche, was für die Juden das beste ist, z.B. Gespräche mit Terroristen und nicht ganz so viel Integration der Türken. Seinerzeit meinte er (und wir kommentierten):

Was sich vordergründig gegen die Türken richtet, hat - wie so oft in Deutschland - mit der Geschichte zu tun, und es zielt, wenngleich noch uneingestanden, gewissermaßen indirekt, auch gegen die hier lebenden Juden...

Und so könnte die ganze aufgeregte Integrationsdebatte durchaus der Auftakt für Ärgeres sein. Wenn sich erst einmal durchsetzt, dass nur der wirklich Deutscher sein kann, der sich mit Haut und Haaren und Leib und Seele diesem Land und allein diesem Land verschrieben hat, dann, ja dann hat hier bald keiner mehr etwas zu lachen. Was mit dem Zwang zum Gesinnungsbekenntnis beginnt, hat in Deutschland nie gut geendet.
Ja, das haut rein! Gib es uns! Mach uns den Malte! Deutsche interessieren sich also nicht wirklich für die Türken, es sind die Juden, die sie ultimativ im Sinn haben und was können die ganzen lästigen Rentner, die gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund stänkern... auch schon anderes planen, als den nächsten Holocaust.
Und wie jeder Durchfallkranke, der garnicht anders KANN, als seinen Scheiß im Vorbeigehen abzusondern, MUSS er - er kann wirklich nicht anders! - sich auch zu den "Missbrauchsskandalen" äußern:
Hexenverbrennungen und Kreuzzüge wurden mit theologischen Argumenten unterfüttert. Es gab eine Verbindung zwischen Brutalität und Verkündigung. In anderen Religionen gibt es ähnliche Zusammenhänge zwischen Lehre und weltlicher Praxis. Einige islamische Geistliche rechtfertigen aus dem Islam heraus Selbstmordattentate. Einige jüdische Geistliche rechtfertigen aus dem Judentum heraus den Siedlungsbau in Eretz Israel. Im Unterschied dazu gibt es heute keinen einzigen Christen, der den Missbrauch von Kindern aus dem Christentum heraus begründet oder gar legitimiert. Zwischen Brutalität und Verkündigung gibt es keinerlei Verbindung. Der Kindesmissbrauch lässt an Formen des praktizierten Christentums zweifeln, nicht aber am christlichen Glauben.
Kann es sein, dass die gequirlte Mäusekacke im Gehirn dieses Mannes vordergründig - wie so oft in Deutschland - mit der Geschichte zu tun hat, und, wenngleich noch uneingestanden, gewissermaßen indirekt, auf eine Gleichsetzung von Muslimen und Juden zielt?

Aber für ein Achsenlink reicht es allemal noch.

Februar 24, 2010

Was beim Spiegel als Satire gilt

Ja waren sie denn nicht zum Abrollen, die Vernichtungslager im Osten? Einfach ein Riesengag, der 20. Juli? Und selbst das Bombardement von Dresden vermag uns so nebenbei immerhin noch ein Schmunzeln abzugewinnen. Vom "Sturmgeschütz der Demokratie" zur Wichsvorlage des linkskritischen Bildungsbürgertums. So einfach geht das.

Februar 07, 2010

"Die Geschichte des Dritten Reiches muss in weiten Teilen umgeschrieben werden"

Oder: Wofür man in Deutschland promoviert wird

Hatte auch nette Seiten: Hitlers Leibzahnarzt von 1933 bis 1945, SS Brigadeführer Johannes Blaschke.

Eine Zahnärztin namens Menevse Deprem-Hennen aus Krefeld hat - ja, das ist kein Witz - über Hitlers Zahnarzt von 1933 bis 1945, SS Brigadeführer Johannes Blaschke, promoviert. Die Zahnärztlichen Mitteilungen informieren uns:

Neues Licht auf ein dunkles Kapitel der Zeitgeschichte wirft eine gerade erschienene Dissertation über Hugo Johannes Blaschke, den sogenannten Leibzahnarzt von Adolf Hitler. Die Arbeit der türkischstämmigen Zahnärztin Dr. Menevse Deprem-Hennen zeichnet ein differenziertes Bild und legt neue Seiten über Blaschke frei.
Und sowas nennt sich dann "Forschungsergebnis".

Wer wird sich auf seinem Fachgebiet, zumal einem Fachgebiet das NICHT Geschichte ist, dem geliebten Führer nähern, um sich ganz legitim mit jeder Menge Nazi-Literatur befassen zu können? Richtig! Deutsche! Und zur Not darf's auch eine "türkischstämmige Deutsche" sein. Hatte Hitler Mundgeruch? Das vermuteten wir bereits seit "Schtonk", und das war 1992:
"Die übermenschlichen Anstrengungen der letzten Zeit verursachen mir Blähungen im Darmbereich und Eva sagt, ich habe Mundgeruch. – Das ist ja wirklich, das ist ja... sensationell! – Adolf Hitler privat! – Ein Mensch, wie Du und ich! – Das ist ja eine Weltsensation, meine Herren!"
Aber nun WISSEN wir es und brauchen nicht mehr doof zu sterben.

Und der geliebte Führer hatte auch, ach wär hätte das gedacht, Angst vorm Zahnarzt, was ihn irgendwie menschlicher macht, wo doch sonst alle Nazis so mutig sind.

Übrigens: Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft 1948 praktizierte Blaschke weiter als Zahnarzt in der Stadt der Reichsparteitage und starb dort 1959 im Alter von 78 Jahren. Das Leben ist nicht gerecht.

Großes Dankeschön an Gudrun Eussner!

Januar 27, 2010

27. Januar 1945

GEWALT HAT NOCH NIE EIN PROBLEM GELÖST!

Oktober 07, 2009

Die Sache mit dem Islam

Liza meldet, dass der Betreiber des Weblogs "Jihad Watch Deutschland", Fred Alan Medforth, vom Polizeipräsidium Gelsenkirchen für gestern Vormittag eine Vorladung zur Aussage vor dem Polizeilichen Staatsschutz hat. Tatvorwurf: das "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen". Medforth soll die strafbare Handlung "am 08.09.2009, 11:00 Uhr in Bochum, Hamme" begangen haben. Medforth selbst schreibt:

Nun ja, da war ich zwar nicht gewesen, aber vielleicht mein Blog. Wir erinnern uns hoffentlich an den JWD-Post über ein Skandalurteil des Bochumer Landgerichts das mit einem völlig passenden Freisler-Foto bebildert wurde. Also Butter bei die Fische: Welche Bochumer Staatsanwälte wohnen in Hamme ? (wird fortgesetzt)
Das Hamas-Hizbollah Skandalurteil gegen JWD
Der Vorwurf des Staatsschutzes bezieht sich auf einen Blogeintrag von Medforth. Dort wurde zu einem Artikel auf "Lizas Welt" verlinkt, in dem es um das Urteil des Amtsgerichts Bochum gegen eine Studentin ging, die wegen des Zeigens einer Israelfahne zu einer Geldstrafe verurteil wurde. Als Bebilderung wählte Medforth ein Foto, das Roland Freisler am Volksgerichtshof zeigt, vor, wie das eben so war, einem großen Hakenkreuz. Mit dem Bild sollte die Überschrift "Die Erben der Firma Freisler" visuell untermauert werden.

Liza erinnert an einen ganz ähnlich gelagerten Fall vor einigen Jahren, als das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen hatte einen 28jährigen Studenten aus München ebenfalls wegen des "Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen" zu einer Geldstrafe verurteilt hatte. Er hatte Flugblätter verteilt, auf denen arabische Islamisten abgebildet waren, die den Hitlergruß zeigen.

Das OLG München hob das Urteil schließlich auf, mit der Begründung, der Tatbestand des Verwendens verfassungswidriger Symbole sei "auf solche Handlungen zu begrenzen, welche nach den Umständen des Einzelfalles geeignet sind, bei objektiven Beobachtern den Eindruck einer Identifikation des Handelnden mit den Zielen der verbotenen Organisation zu erwecken".

Dass auch Medforth sich nicht "mit den Zielen der verbotenen Organisation" identifiziert, liegt auf der Hand - was den Gelsenkirchener Staatsschutz jedoch nicht davon abhielt, ihm eine Vorladung zu schicken.

Übrigens: Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, wäre die zuständige Instanz das Bochumer Amtsgericht. Richtig, DAS Bochumer Amtsgericht.

Gudrun Eussner empfiehlt, einmal auf dieses Link zu klicken, um mal festzustellen, wer dieses Symbol (samt Freisler) sonst noch so verwendet.

Auch sie hat seinerzeit über den Bochumer Fall berichtet:
Jetzt kommt noch ein Grund hinzu, sich Bochum zu merken; denn da anwaltet eine Frau Staats, die Wenzel heißt und einige Angebote bei Google bringt.

Von dieser Frau lese ich heute auf Politically Incorrect. Sie hat soeben eine Strafanzeige der Hertener Ratsfrau Jutta Becker, vom 11. Januar 2009, gegen den muslimischen ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Jamal Karsli abgeschmettert und sich geweigert, ein Strafverfahren einzuleiten. Conny Axel Meier berichtet auf dem Pax Europa Blog: (1)

"Kindermörder Israel", "Frauenmörder Israel", "Vergast die Juden ", "Steckt die Juden in die Gaskammer": Das waren die Slogans einer "Friedensdemo", organisiert von einer obskuren "Islamischen Initiative Herten" am 10. Januar diesen Jahres in Recklinghausen. Der Ex- Grüne und Ex-FDP- Abgeordnete Jamal Karsli stand anlässlich der Abschlusskundgebung dieser "Demo"auf der Rathaustreppe und brüllte vor den anwesenden "Friedensaktivisten" von MLPD, SPD, von Pfarrern, Verbandsmohammedanern, Gewerkschaftlern und Poststalinisten ins Mikrofon: "Wir sind alle Hamas", also Mitglieder einer Terrororganisation, die sich laut Charta die ultimative Vernichtung der Juden als Ziel gesetzt hat.

Die Propagierung offenen Judenhasses sieht Staatsanwältin Sabine Wenzel an als durch unser Grundgesetz gedeckt. Sie findet sich damit im Einklang mit Genossen von der SPD, der MLPD, mit Pfarrern und Gewerkschaftern, kurz, mit dem "deutschen Volke".
Es lohnt sich, Gudrun Eussners, die selber auch schon mit dieser Staatsanwältin Bekanntschaft gemacht hat, Bericht in Gänze zu lesen.

Es ist verboten, Nazi-Symbole zu verwenden, es ist nicht verboten, Nazi-Gesinnung öffentlich zu demonstrieren. Korrektur: Es ist nicht nur nicht verboten, es wird geschützt.

Aber wer verabschiedet sich schon gerne von liebgewordenen Traditionen.


Tatsächlich zeigt diese schöne Männerfreundschaft, dass es Hitler und den Seinen nicht wirklich auf "Rasse" ankam...

... und niemanden brauchen daher auch die ganz offensichtlich "nichtarischen" Gesichter in deutschen Uniformen verwundern.

In diesem Sinne kann auch die Akzeptanz des Ex-Abgeordneten Karsli durch unterschiedliche Parteien und eine breite Öffentlichkeit eher als Fortführung einer liebgewordenen oder -gebliebenen Tradition verstanden wissen, als einen Ausdruck deutscher Toleranz gegenüber "Ausländern".

Genauso, wie die ganze Sache mit dem Islam.