Montag, 28. März 2011

Anti-Atom-Demos neues "Nie wieder Auschwitz"

So Broder.

Die Atomkraft symbolisiert den Tod, der Protest gegen die Atomkraft das Leben. Man könnte es auch so sagen: Der industrielle Holocaust war vorgestern, jetzt wollen die Enkel derjenigen, die damals weggeschaut haben, den atomaren Holocaust von morgen verhindern. “Nie wieder Auschwitz!” heißt heute: “Atomausstieg sofort!”
Den selben Eindruck gewann ich in den letzten Tagen auch. Es scheint, daß viele ein neues "sinnstiftendes" Beschäftigungsfeld brauchen. Auf die Idee, dabei auch mal gegen das Atomprogramm im Iran - also immerhin etwas, was in Israel als existenzbedrohend wahrgenommen wird - zu demonstrieren, kommen diese Leute aber nicht. Soviel "Nie wieder Auschwitz" wäre dann wohl doch zuviel verlangt.

1 Kommentar(e):

The_Editrix hat gesagt…

Die Atomkraft symbolisiert den Tod, der Protest gegen die Atomkraft das Leben. Man könnte es auch so sagen: Der industrielle Holocaust war vorgestern, jetzt wollen die Enkel derjenigen, die damals weggeschaut haben, den atomaren Holocaust von morgen verhindern. “Nie wieder Auschwitz!” heißt heute: “Atomausstieg sofort!”

Das ist ein durchaus ehrenwertes Motiv, obwohl es nicht aus dem Kopf, sondern aus dem Bauch kommt.


Das ist eine durchaus schwachsinnige Argumentationskette, obwohl (oder weil) sie nicht aus dem Kopf, sondern aus Ichmöchteesgarnichtsogenauwissen kommt. Wenn Deutsche "Nie wieder Auschwitz" sagen, reden sie von sich, nicht von den Juden. IHNEN darf eine derart unvollständig bewerkstelligte Große Patriotische Tat nie wieder passieren. Wenn andere sich anheischig machen (ich denke hier immer zuallererst, wenn auch nicht ausschließlich, an diesen ungewaschenen Zwerg im Rentnerblouson) die Welt von den Juden zu befreien, können sie aber immer auf Deutsche Solidarität hoffen.