März 30, 2026

Die Irrtümer eines Vaters

 

 

Drei Geschwister flogen von der Schule, als Grund wurde angegeben, dass der Vater sich geweigert habe, zu "gendern" und zu akzeptieren, dass die Biologielehrerin es gut fand, wenn sich Kinder (ja wirklich!) als "Welpen identifizieren". Das ist so bekloppt, dass das selbst auf der Waldorfschule nicht der Grund für einen Schulausschluss sein kann, daher gehe ich davon aus, dass, wie der Vater vermutet, sein Engagement in der AfD der Grund war.

Ich wurde 1958 nach einem Jahr Volksschule (so hieß das damals) in die zweite Klasse der neu eröffneten lokalen Waldorfschule eingeschult, weil meine naiven Eltern etwas "Besseres" für mich wollten und zu viel Geld hatten, als ihnen gut tat. Seitdem sind 68 Jahre vergangen. Ich habe mein Leben lang unter dieser Schulzeit und besonders unter der, meist, aber nicht immer passiven, Aggressivität einer Lehrerin, gelitten. Ihr Umgang mit dem kleinen Mädchen das ich war, war geprägt von: "Dir Prinzessin drücke ich die Nase in den Dreck". Meine Erfahrungen legitimieren mich, ein Urteil abzugeben.

Mir tun diese Eltern, die auf das fromme Anthroposophengeseire dieser Leute hereingefallen sind, nur begrenzt leid.  Für die Kinder sei es schlimm, meint der Vater? Für die Kinder wird es sich langfristig als Segen herausstellen, wahrscheinlich enden sie ja nicht so wie ich, die die Grausamkeit und Kälte dieser "Pädagogik" kaputt gemacht hat. Jedes Kind wird seinem "Karma" entsprechend gnadenlos seziert. Man glaubt an die Wiedergeburtslehre und straft jeden Schüler - es ist IMMER und NUR die Schuld des Kindes bzw. seines Karmas - dementsprechend ab. Die Kälte dieses sezierenden Umgang mit den Kindern zerstört Seelen.

Pädagogisch eine Katastrophe? Guter Mann, haben Sie sich nie mit den INHALTEN dieser "Pädagogik" befasst? Haben diese Eltern nicht die Schriften des Rassisten und Antisemiten Rudolf Steiner gesehen? Ja ich weiß, das haben meine auch nicht, aber 1957/1958 herrschte eine andere Welt. Erstens stellte man die Autorität einer Schule nicht in Frage und zweitens konnten diese "Pädagogen" seinerzeit ihre Ideologie noch nicht so offen durchblicken lassen, Inzwischen werden die Eltern-Kandidaten, bevor ihre Kinder gnädigerweise eingeschult werden, regelrechten Unterwerfungsritualen (z.B. Eurythmie machen) unterworfen, hat dieses Schulsystem doch völlig unverständlicherweise inzwischen den Ruf "fortschrittlich" zu sein und Eltern bemühen sich darum. Genauso könnte man vom Islam erwarten, sich zu "reformieren". Aber man fühlte sich "inklusiv", weil man psychisch gestörte Kinder, die sich "als Welpen identifizieren", nicht therapiert (Therapie ist bäh), sondern "akzeptiert". 

Warum habe ich mich nie bei meinen Eltern beklagt? Erstens beklagte sich unsere Generation nicht und zwitens wusste man in den 50er/60er Jahren noch nichts von Alice Millers "Drama des begabten Kindes". Zur Ehrenrettung meiner Eltern muss ich sagen, dass sie das eine Mal, bei dem ich mich beklagt hatte (ich war schmerzhaft körperlich gezüchtigt worden), eingegriffen haben. Der Lehrer hat übrigens lustig weiter geprügelt.

Das war nur damals, zu meiner Zeit so? Inzwischen haben die doch sicher gelernt? Liebe Leser, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken und ich könnte Ihnen X Beispiele neueren Datums nennen, z.B. wurde zu meiner Zeit auch noch GESCHLAGEN und ich habe von viel jüngeren Ex-Waldorfschülern gehört, dass das auch bei ihnen noch der Fall war. Ich weiß z.B., dass die Legasthenie einer Schülerin, sie ist inzwischen Ende 30, vom Lehrer abgetan wurde mit den Worten: "Auf der Waldorfschule gibt es keine Legatheniker". Ich könnte X Beispiele nennen, aber das würde den Umfang eines Blogeintrags sprengen.

Nachtrag: In einem hat der Vater Recht, eine gute Sache dieses Schulsystems ist, dass der Klassenverband über die gesamte Schulzeit hinweg zusammenbleibt. Zu meiner Zeit war es so, dass Waldorfschüler "Staatsschüler" nicht mit der Feuerzange anfassten, und wenn das immer noch so ist, und es gibt keinen Grund, warum das nicht so sein sollte, werden diese Kinder sich einen völlig neuen Freundeskreis aufbauen müssen. Auch waren nicht alle Lehrer auf dieser Schule zu meiner Zeit Monstren. Einige waren hochanständige Menschen, überschattet von einer kinderfeindlichen Pädagogik.