Samstag, 25. April 2009

Wenn es schade ist, dass BILD irrt, stinkt etwas

Der grausame Prinz von Abu Dhabi -- Das Folter-Video, das die Welt schockiert titelte des Deutschen (un)heimliches Lieblingsblatt gestern. (Immer noch kein Link, bitte googeln!)

Leider (ja wirklich leider!) irrt BILD.

Schockiert? Die Welt? Tatsächlich? Wir haben vorhin eine Google-Suche in Google News Deutschland durchgeführt:

"Alle 2 Artikel...". Immerhin!

In diesem Fall können wir sogar noch dankbar sein, dass es ein moralisch verkommenes Drecksblatt wie BILD gibt, das keine politisch korrekten Hemmungen hat, sondern weiß, dass ein Appell an die niedrigsten Instinkte sich immer noch am besten verkauft. Sonst wäre das Geschäftsgebaren des edlen Wüstensohnes vollständig unter den Teppich gekehrt worden.

Und im englischsprachigen Ausland macht man sich übrigens auch nicht grade einen Knoten in die Unterwäsche deswegen.

Samstag, 4. April 2009

Euphorisch kreischten die Schülerinnen

Früher war das eher bei Popgruppen so, heute bei einer Präsidentinnengattin, weil das Niveau gleichmäßig niedrig gehalten werden muss.

Michelle Obama riet den Schülerinnen [einer Londoner Mädchenschule], ihrem Beispiel zu folgen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. „Ich bin ein Beispiel dafür, was aus einem Mädchen werden kann, das mit Liebe und Zuwendung aufwächst“, sagte sie. In ihrem Leben habe zunächst nicht viel dafür gesprochen, dass sie einmal die erste afro-amerikanische Präsidentengattin der USA sein würde. Liebe, starke Werte, Bildung und „ein Haufen Arbeit“ bezeichnete Michelle Obama als die Schlüssel zum Erfolg. „Auch ihr könnt, mit diesen Werten, Euer Schicksal selbst bestimmen.“
Und niemand dachte daran zu erwähnen, dass Michelle Obama ein typisches Produkt der "Affirmative Action" ist, eine Institution, die im rassistischen Amerika Weiße gegenüber Nicht-Weißen schamlos benachteiligt und ohne die Michelle nicht einmal Lehrerin geworden wäre. Ihre, freundlich formuliert, mittelmäßige Examensarbeit kann man im Internet, z.B. hier, einsehen. Das Bemerkenserteste an der Thesis (Titel: "Princeton-Educated Blacks and the Black Community", etwa: "Schwarze mit einem Princeton-Abschluss und die schwarze Gesellschaft") ist die Tatsache, dass die Verfasserin sich wundert, dass sich erfolgreiche Schwarze mit der weißen Gesellschaft identifizieren.

Allerdings wird das niemand den Obamas vorwerfen. Für die Queen gab es, wie schon für ihren Premierminister, ein 'echt cooles' Geschenk.

Womit werden Michelle und Barry das nächste Staatsoberhaupt beglücken? Mit einem Gangsta-Rap-bestückten Ghetto-Blaster?

Donnerstag, 2. April 2009

Leider kein Aprilscherz

Wenn zwei sabbernde Kretins, der eine von der Medien-, der andere von der Gutmenschenfraktion, sich zusammentun, kann nur etwas dabei herauskommen, das wie ein Aprilscherz aussieht.

"Diese Toten sind Botschafter jenes großen Unrechts"

Elias Bierdel über die täglichen Flüchtlingsdramen
Elias Bierdel im Gespräch mit Tobias Armbrüster


Elias Bierdel, einer der Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation "Borderline Europe", hat die Abschottungspolitik der Europäischen Union an den Außengrenzen für mindestens 15.000 Tote jährlich verantwortlich gemacht. Man könne diesen gewaltigen Menschenrechtsskandal nicht weiterhin ignorieren.

schnipp

Armbrüster: Diese Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, die wurde schon gestern in den Abendnachrichten bereits eher auffallend zurückhaltend behandelt. Heute Abend, schätze ich mal, wird sie vermutlich nirgendwo mehr auftauchen. Woran liegt das?

Bierdel: Ja, das ist eine schreckliche, furchtbare, traurige Frage. Wir versuchen ja mit unserer Arbeit, mit "Borderline Europe", nun genau dem entgegenzuarbeiten. Wir versuchen ja, diese Dramen sichtbar zu machen, indem wir sozusagen täglich dokumentieren, was sich an den EU-Außengrenzen dort abspielt, wo in den Mienenfeldern ganze Familien explodieren, wo eben auf dem Meer täglich und in jeder Nacht Familien sterben, untergehen. Dass das so wenig zur Kenntnis genommen wird in den Medien, ich kann es mir nur so erklären, dass es zum einen politisch wenig Interesse gibt, die tödlichen Folgen der Abschottungspolitik auch wirklich zu dokumentieren, aufzuzeigen, und dass dann eben Medien gerne mitspielen, viele gerne mitspielen in diesem Spiel, was da heißt, wir versuchen mal, noch uns eine Weile darüber wegzulügen, über die Tatsache, dass wir wohl unseren Lebenswandel insgesamt überdenken müssen. Deshalb der Boom der Unterhaltungs-Shows, deshalb ist eben oft Verona Pooth wichtiger als Ertrinkende im Mittelmeer. Ich sehe aber Anzeichen dafür, dass auch in den großen wichtigen Leitmedien jetzt vielleicht ein Umdenken einsetzt und Medien auch ihre Verantwortung wahrnehmen in diesem Kontext. Es kann nicht sein, dass wir diesen gewaltigen Menschenrechtsskandal von Tausenden Toten jedes Jahr an unseren Grenzen weiterhin ignorieren.

Armbrüster: Elias Bierdel war das, einer der Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation "Borderline Europe". Vielen Dank, Herr Bierdel.

Bierdel: Auf Wiederhören.
Und nein, wir beziehen uns nicht auf die "Mienenfelder" in denen "ganze Familien explodieren". Wir wundern uns, dass diese beiden Intelligenzbestien sich wundern, dass der Welt einige Hundert tote Neger am Arsch vorbeigehen. Der ging in Ruanda auch eine Million tote Neger an demselben vorbei, weil nämlich dieser Welt voller Gutmenschen sämtliche Toten am Arsch vorbeigehen, solange sie nicht von Juden oder Amerikanern ums Leben gebracht wurden.