Dienstag, 4. November 2014

Nein, mit Gott hat das wirklich nichts zu tun!

Ich habe soeben die schamlose Islam-Apologetin Ethnologin Ingrid Thurner entdeckt. Sie meinte am 25.06.2010 in der Süddeutschen, dass das Kopftuch der Emanzipation der muslimischen Frauen und (ja wirklich!) der Säkularisierung diene und lässt gleichzeitig ihren Neid auf hübsche junge Frauen 'raus:

Aber der Muslimin, die Körper- und Haarpracht unter wallenden Gewändern verborgen hält, wird unterstellt, sie sei unfrei. Dass es immer mehr Musliminnen gibt, die öffentlich dazu stehen, dass sie ihr Kopftuch gern und freiwillig tragen und dies gar nicht so selten gegen den Willen von Vätern, Brüdern, Ehemännern, Söhnen, wird überhört.

Es lebe die Aufklärung

Wir sind so stolz auf die Aufklärung, und dem Islam wird vorgeworfen, dass er keinen Voltaire hervorgebracht habe. Doch wer die verhüllten Körper aus den öffentlichen Räumen verbannt sehen will, kann sich nicht auf die Aufklärung berufen. Säkularisierung bedeutet nun einmal die Autonomie des Individuums, das Recht der freien Entscheidung. Was die einen dem männlichen Blick vorenthalten, drängen die anderen ihm auf.
Kein Wunder, dass die armen Männer sich beklagen, angesichts der ihnen schamlos aufgedrängten, leichtbekleideten Weiblichkeit. Wie sehr muss man sich eigentlich verbiegen, um den Islam schön zu finden?

Frau Thurner belehrt uns z.B. auch, und mit derselben liebevollen Nachsicht, in der Wiener Zeitung vom 19.08.2014 über den Islam:
Nachdem aber diese Kriminellen als "Gotteskrieger" durch die Medien geistern, werden zugleich all die vielen frommen Muslime und Musliminnen diskriminiert, die sich in ausschließlich friedlicher Weise auf den Islam berufen, wie es ihnen die heiligen Schriften befehlen.

Ägypten, Saudi-Arabien und einige der Golfstaaten fürchten freilich die Muslimbrüder mehr als Terroristen. Denn der gewaltlose politische Islam, den die Muslimbrüder vertreten, hat eine breite Basis in den Mittelschichten, aber die überall Angst und Schrecken verbreitenden Terroristen werden von den Bevölkerungen vielerorts als fremde Eindringlinge gehasst.
Sie werden nicht "vielerorts", sondern überall gehasst, wo sie sind, Frau Thurner. Dass sie die Frauen der Jesiden, falls sie sie leben lassen, schänden und als Sklavinnen verschachern oder Säuglinge von Christen tottreten . . . kann das etwas damit zu tun haben?
Und dass einige der ölreichen Länder am Golf so manchen Terror auf verschlungenen Wegen munitionieren, lenkt wunderbar ab von allen möglichen Missständen, von schwach oder gar nicht legitimierten Machtpositionen und von autokratischen Herrschaftsstrukturen. Europa und die USA sind wie immer mitten drin im Geschehen, verbündet und befreundet mit den Geschäftspartnern Saudi-Arabien und den Golfstaaten. Zu moralischer Entrüstung in politischen Sonntagsreden besteht kein Anlass, und mit Gott haben all diese Machenschaften gar nichts zu tun.
Nein Frau Thurner, das haben sie wirklich nicht. Nur mit Allah.