Dienstag, 29. Dezember 2009

Darf's noch etwas verkommener sein?

Gideon Böss, notabene als "Gastautor" verlinkt auf der "Achse", weil man diese Sorte Witzischkeit dort goutiert (Sie erinnern sich? Fred "Bad Hair Day" Viebahn und seine Theorie vom lebensunwerten Leben? "Zusätzliche fünfzig Millionen unerwünschte Menschen" die man doch besser abgetrieben hätte? Oder Pimpelchen und seine "besoffene Fahrlässigkeit"?), hat ebenfalls ein interessantes Menschenbild:

Ich bin ein großer Fan von McDonalds. Sollte ich eines Tages auf einer Insel stranden und nach einem gefährlichen Marsch durch Urwälder und Sümpfe von einem Berg aus zwei Dörfer sehen, von denen das eine einen Kirchturm hat und das andere ein großes, leuchtendes M, würde ich mich immer für das M entscheiden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre das McDonalds-Dorf nämlich ein freierer, lebenswerterer und freundlicherer Platz als das Kirchturm-Dorf...

McDonalds funktioniert ja vor allem in offenen Gesellschaften, in denen die Enge des 'alle überwachen alle' bzw. des 'hier kennt jeder jeden' aufgebrochen ist.

Leider zieht das große M aber alle Bevölkerungsschichten an. Also auch den Bodensatz der Gesellschaft, der nichts mit sich anzufangen weiß und in früheren Zeiten mit Begeisterung für Kaiser oder Führer fiel. Heute fallen diese Leute nicht mehr, heute müssen sie stattdessen irgendwie ein Leben hinter sich bringen. So lässt es sich nicht vermeiden, dass auch sie immer wieder bei McDonalds landen. Da stehen sie dann an der Kasse, bestellen für 5 Euro Hamburger und zeigen ihren Freunden, die am Tisch warten, lachend den Hitlergruß*, den diese erwidern. Nicht weil sie Nazis sind, sondern weil sie auf eine sehr reine und allumfassende Art dumm sind. Sie sprechen keine anerkannte Sprache, sondern grunzen sich an. Tüten und Becher, die auf den Boden fallen, werden nicht aufgehoben...

So führen sich Montagsautos der Evolution eben auf, wenn sie glauben, in einer überlegenen Position zu sein...

* zuletzt erlebt am gestrigen Samstag
Da glaubt also dieses dümmlich grinsende Manschgerl, dessen Qualifikation, so scheint's, darin besteht, "als freier Mitarbeiter diverser Lokalzeitungen spektakuläre Parallelwelten" kennengelernt zu haben, wie z.B. Campingwagen-Vereine, Fastnachtsveranstaltungen oder Besuche beim Kleintierzuchtverein, denen es sich selbstverständlich - wie unspießig! - himmelhoch überlegen fühlt, dass Gleichsetzungen von Menschen und Sachen eine saugeile Pointe abgeben, schließlich ist es ja so toll "nicht politisch korrekt". Klar Böss, bei denen würde selbst das Arbeitslager nichts mehr nützen. Montagsautos verschrottet man am besten alsbald.

Und hat man Ihnen bei den "diversen Lokalzeitungen" neben der von "spektaluläre(n) Parallelwelten" nicht auch die Kenntnis von Recherche vermittelt, Gutester? Man sollte schon einen GRUND haben, um sich dem Prekariat überlegen zu fühlen. In der WELT publiziert zu werden, reicht nicht, eher im Gegenteil. Es mag Sie überraschen, aber McDonalds blüht und gedeiht auch in durchaus unfreien, lebensunwerten und unfreundlichen Plätzen. Und sicher war der Brite, den man gestern in China hingerichtet verschrottet hat, auch so ein "Montagsauto der Evolution". Aber Religionskritik, Kritik an der CHRISTLICHEN Religion, wohlgemerkt, wird ja von talentlosen Schreiberlingen immer gerne genommen, weil es als unspießig und unkonventionell 'rüberkommt und außerdem nicht das Geringste kostet.


Freitagabend-Unterhaltung in offenen Gesellschaften, in denen die Enge des 'alle überwachen alle' bzw. des 'hier kennt jeder jeden' aufgebrochen ist. Und hinterher ein BigMac!

Vielleicht sollten Sie, Herr Böss, am Zweiten Weihnachtstag besser in eine Kirche gehen, statt zu McDonalds, denn offenbar haben Sie während all' ihrer irre spannenden Volontariate bei "diversen Lokalzeitungen" und auch nicht bei der "konservativen" WELT (das ist die, die früher, als Sie noch garnicht geboren waren, "DDR" immer in Tüddelchen schrieb) nicht gelernt, dass auch weitgehend kirchtumfreie Plätze meistens nicht freier, lebenswerter und freundlicher sind und waren, als die mit Kirchtürmen. Fragen Sie mal die Nonnen deren letzte Station die Guillotine war, diejenigen, die die Segnungen Stalins und seiner Arschauswischer erleben durften, oder wie wäre es mit Dietrich Bohoeffer oder Alfred Delp? Nie gehört? Tja, das lernt man eben nicht bei McDonalds, nicht einmal am Zweiten Weihnachtstag. Übrigens: jemand der 'hier kennt jeder jeden' mit 'alle überwachen alle' gleichsetzt, ist entweder in der DDR aufgewachsen oder ein Soziopath. Böss stammt aus Mannheim.

Aber was mich WIRKLICH geärgert hat, war das mit dem "... Bodensatz der Gesellschaft, der nichts mit sich anzufangen weiß und in früheren Zeiten mit Begeisterung für Kaiser oder Führer fiel." Was wissen Sie über den Ersten Weltkrieg, Herr Böss? Das, was man Ihnen in Ihren Lokalredaktionen, Campingwagen- und Kleintierzuchtvereinen beigebracht hat? Und wissen Sie, was Soldatwerden im Zweiten Weltkrieg implizierte? Wie ein totalitäres System funtioniert? Gehörten die Russen, die Auschwitz befreit haben, auch zum Bodensatz der Gesellschaft oder gilt das nur für Deutsche?

Eine Frage noch, Herr Böss: Haben Sie gedient?

Tja, so führen sich Montagsautos der Evolution eben auf, wenn sie es bis in die Qualitätsmedien schaffen. Weiß dieses einfältig grinsende, vollkommen merk- und bildungsbefreite Würstchen wirklich, was es da schreibt? Weiß das Qualitätsmedium WELT es? Was bewegt die Gähnachse, diesen ebenso brunzdämlichen, wie subtil entmenschten Dreck zu verlinken?

Fazit: Es GIBT Montagsautos der Evolution. Sie schreiben in der WELT und werden von der Gähnachse verlinkt.

Für die Suchmaschinen:
"Sichangrunzen in der WELT-Redaktion"
Pimpelchen

Hannes Stein
und nun auch:
Gideon Böss!